Bis gleich, Isaak!

Sofija Pavlenko bei einer Aktion am Königsplatz

Fotografien von Noah Cohen

Die Ausstellung bildet einen Beitrag zum Jubiläumsjahr 2021, das bundesweit mit vielen Veranstaltungen begangen wird. Es geht um 1700 Jahre jüdisches Leben in deutschen Landen. Das Datum entstand mit dem Dekret von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321, das Juden den Zugang zu allen öffentlichen Ämtern erlaubte.
Das Zentrum der Jubiläumsveranstaltungen ist Köln, wo auch die Ausstellung gezeigt werden soll.
Das Thema: Deutsche mit jüdischer Herkunft an ihrem Lieblingsplatz, dazu ist auch jeweils ein Statement von ihnen zu lesen.
Die Ausstellung soll von Klischees wegführen, die immer wieder Formulierungen hervorrufen wie: Deutsche UND Juden. Diese Unterscheidung gibt es nicht. Juden sind Deutsche – wie alle anderen auch – und nicht durch Religion definiert. Sie sind von Normen und Werten der deutschen Kultur und Gesellschaft geprägt, von der Sprache und vom jeweiligen familiären Hintergrund – wie alle anderen auch.
Wie stark die Klischees dennoch immer noch sind, zeigt allein das Titelbild von Spiegel Geschichte Nr. 4/2019: Es geht um jüdisches Leben in Deutschland – und gezeigt werden zwei orthodoxe Juden in traditionell osteuropäischer Tracht, mit Bart und Hut.
Diesem Stereotyp widerspreche ich. Ich zeige interessante Menschen, Deutsche, die am sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen, ganz normale Redakteure, Studenten oder Anwälte. Deutsche - und Juden.
Die Ausstellung soll aus zwanzig starken Schwarzweißfotografien in DIN A1-Größe bestehen. (Die Anzahl der Bilder kann je nach Raumgröße variieren.)
- Warum es wichtig ist
Rassismus und Antisemitismus haben in letzter Zeit stark zugenommen.Das bedarf eines energischen, mutigen Entgegentretend.
Ich erfahre während der Recherche zu dieser Ausstellung, wie viele Menschen sich scheuen, um nicht zu sagen, fürchten, sich in der Öffentlichkeit als Juden zu outen. Genau das darf nicht sein. Nicht in Deutschland, nicht in Europa, nirgendwo auf der Welt.  Diese Scheu ist ein Zugeständnis an den Rassismus. Und genau dem widerspricht dieses Projekt, mit Hilfe und in Gesellschaft all der jüdischen Deutschen, die auch so denken und den Mut haben, dazu zu stehen.  Es ist eine Botschaft, ein Ringen um Freiheit und Toleranz.
Deshalb möchte ich im Jubiläumsjahr diese Ausstellung zeigen und deshalb ist das Projekt ist für mich – und, wie ich glaube, für uns alle – wichtig.
 Es ist an der Zeit, dass sich alle, die so denken, zusammentun – ob Juden, Christen, Moslems oder Buddhisten, ist mir ganz egal, Hauptsache tolerant, furchtlos und freiheitsliebend. Und so habe ich den Plan, das Projekt im nächsten Jahr fortzuführen und ein Projekt mit Menschen unterschiedlicher Religionen zu realisieren – um gemeinsam für Verständigung und gegen Rassismus aufzutreten.